Bemannte Raumflüge

Internationale Flug-Nr. 70

Sojus 36

Sojus 35

Orion

UdSSR

UdSSR
Patch Sojus 36 Patch Sojus 36 Interkosmos

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Patch Interkosmos (ungarische Version) Patch Interkosmos (ungarische Version)

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Start-, Bahn- und Landedaten

Startdatum:  26.05.1980
Startzeit:  18:20:39,8 UTC
Startort:  Baikonur
Startrampe:  31
Bahnhöhe:  197,5 - 281,9 km
Inklination:  51,60°
Ankopplung Saljut 6:  27.05.1980, 19:56 UTC
Abkopplung Saljut 6 (Crew):  03.06.1980, 11:50 UTC
Landedatum (Crew):  03.06.1980
Landezeit (Crew):  15:06:24 UTC
Landeort (Crew):  180 km SO von Dsheskasgan
Abkopplung Saljut 6 (Sojus 36):  31.07.1980, 11:55 UTC
Landedatum (Sojus 36):  31.07.1980
Landezeit (Sojus 36):  15:15:03 UTC
Landeort (Sojus 36):  140 km SO von Dsheskasgan

Crew auf dem Weg zum Start

Crew Sojus 36

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alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

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Besatzung

Nr.   Name Vorname Position Flug-Nr. Flugdauer Erdorbits
1  Kubassow  Waleri Nikolajewitsch  Kommandant 3 7d 20h 45m 44s  124 
2  Farkas  Bertalan "Bertsi"  Forschungskosmonaut 1 7d 20h 45m 44s  124 

Sitzverteilung der Besatzung

Start
1  Kubassow
2  Farkas
Raumschiff Sojus
Landung
1  Gorbatko
2  Pham

Ersatzmannschaft

Nr.   Name Vorname Position
1  Dshanibekow  Wladimir Alexandrowitsch  Kommandant
2  Magyari  Béla  Forschungskosmonaut
Crew Sojus 36 Ersatzmannschaft

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alternatives Crewfoto

alternatives Crewfoto

Hardware

Trägerrakete:  Sojus-U (Nr. P15000-226)
Raumschiff:  Sojus 36 (7K-T Nr. 52)

Flugverlauf

Sojus 36 startete vom Kosmodrom Baikonur. Die Landung erfolgte 180 km südöstlich von Dsheskasgan. Der Flug war die fünfte Interkosmos-Mission. Bertalan Farkas wurde erster Kosmonaut aus Ungarn.

Nach eintägigem Alleinflug koppelte Sojus 36 am 27. Mai 1980 mit Saljut 6 und es folgten gemeinsame Arbeiten mit der vierten Stammbesatzung. Der ursprüngliche Starttermin im Juni 1979 wurde wegen des Ausfalls des Haupttriebwerks bei der Sojus 33-Kapsel entsprechend verschoben.

Hauptaufgaben dieser Mission waren wissenschaftliche Material-Experimente und Erdfotografie.

Das Experiment Pille sollte die radioaktive Belastung der Besatzung durch kleine Thermolumineszenzdosimeter (zur Messung ionisierender Strahlung) messen. Die Dosimeter waren an der Kleidung der Kosmonauten und an den Wänden der Raumstation befestigt.
Drei weitere Experimente betrafen die Wirkung der Schwerelosigkeit auf menschliche Zellen.

Waleri Kubassow und Bertalan Farkas fotografierten mit der Kamera MKF-6M etwa 60 Prozent des Territoriums von Ungarn. Zur selben Zeit wurde das gleiche Gebiet von Bord einer Antonow AN-30 aus einer Höhe von 6,4 bis 8,0 Kilometer fotografiert. Weiterhin wurden vier verschiedene Filmtypen von Helikoptern aus einer Höhe von 1.500 bis 2.500 Meter zu Vergleichszwecken aufgenommen. Die MKF-6M musste jeweils auf das zu fotografierende Gebiet exakt ausgerichtet werden.

Die internationale Besatzung konnte zahlreiche neue Daten durch Verwendung der Schmelzöfen Kristall und Splaw gewinnen. Diese Experimente betrafen das Schmelzen, Vermischen und Kristallieren von Materialien unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit. Diese Metallversuche haben eine große Bedeutung für die Entwicklung künftiger elektronischer Bauteile.

Schließlich wurde Sojus 36 am 29. Mai 1980 noch zur Anhebung der Flugbahn von Saljut 6 verwendet.

Die Kosmonauten kehrten am 03. Juni 1980 mit Sojus 35 zur Erde zurück, während Sojus 36 als Rettungsraumschiff an Saljut 6 angekoppelt blieb. Am Tag danach setzten Leonid Popow und Waleri Rjumin das Raumschiff vom hinteren zum vorderen Kopplungsstutzen der Raumstation um. Erstmals flogen Kosmonauten ein Raumschiff, mit dem sie nicht gestartet waren, und das auch nicht für ihre Landung vorgesehen war. Nach Ablauf von zwei Monaten konnte Sojus 36 nicht länger als Rettungsschiff vorgehalten werden. Der Weltraumveteran Wiktor Gorbatko und der Vietnamese Pham Tuân lieferten mit Sojus 37 ein neues Raumschiff an die Station und brachten Sojus 36 zur Erde zurück.

In ihren Raumanzügen hatten die Kosmonauten ihre Plätze im Landemodul eingenommen, nachdem sie die Luke zur Orbitalsektion geschlossen hatten. Dann richteten sie das Raumschiff so aus, dass das Triebwerk des Geräteteils in Flugrichtung zeigte. Dieses wurde kurz darauf für 188 Sekunden gezündet und leitete den Abstieg zur Erdoberfläche ein. Im nächsten Schritt erfolgte das planmäßige Abtrennen der Orbitalsektion und des Geräteteils, die beide in der Erdatmosphäre verglühten. Das verbleibende Landemodul wurde so ausgerichtet, dass der Eintrittswinkel für eine möglichst genaue Landung in Kasachstan erreicht wurde. Nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre brach der Funkkontakt wegen der heißen Plasmagase rund um die Kapsel ab. Dann löste sich der Deckel des Fallschirmbehälters und der Bremsfallschirm wurde ausgestoßen. Nachdem auch der Hitzeschutzschild abgetrennt worden war, schwebte die Sojus an ihrem Hauptfallschirm Richtung Erdboden. Kleine Feststoff-Bremsraketen, die kurz vor dem Berühren des Bodens ausgelöst worden waren, verminderten die Aufprallgeschwindigkeit. Sofort nach der erfolgreichen Landung wurden die Fallschirmleinen gekappt, damit die Kapsel nicht durch den Wind über den Boden gezogen werden konnte. Nach der Landung gehört es zum Ritual, dass die Kosmonauten das Raumschiff mit ihrer Unterschrift versehen.

Kern der relativ einheitlichen Interkosmos-Missionen waren Originalübertragungen des Starts, von Gesprächen mit den jeweiligen Partei- bzw. Staatschefs und Grüße an die Heimatbevölkerung. Daneben wurden Beobachtungen und Aufnahmen (auch multispektral mit MKF 6 des Heimatlandes des Gastes, medizinisch-biologische Untersuchungen und Experimente mit landestypischen Produkten durchgeführt. Der Gastbesuch war auf ca. sieben Tage und 21,5 h (mit nur einer Toleranz von +/- einer Stunde) ausgelegt. Die Vorbereitung dieser Missionen benötigte nicht besonders viel Zeit, da auf meist in der Sowjetunion ausgebildete (also sprachkundige) Militärflieger zurückgegriffen werden konnte.

Umkopplungen bemannter Raumschiffe

Raumschiff von Abkopplung Zeit UTC nach Ankopplung Zeit UTC
Sojus 36 Saljut 6 - - hinterer Stutzen 04.06.1980 16:39 Saljut 6 - vorderer Stutzen 04.06.1980 17:09

Fotos / Zeichnungen

Saljut 6 Saljut 6
Mannschaftstraining Mannschaftstraining
Mannschaftstraining Mannschaftstraining
Mannschaftstraining Mannschaftstraining (Ersatzmannschaft)
Mannschaftstraining Sojus 36 auf dem Weg zur Startrampe
Sojus 36 Pressekonferenz Crew Sojus 36 im Bus zusammen mit der Mannschaft Sojus T-2
Start Sojus 36 Crew Sojus 36 an Bord von Saljut 6
Crew Sojus 36 an Bord von Saljut 6 Leben an Bord von Saljut 6
Farkas an Bord von Saljut 6 Farkas an Bord von Saljut 6
Leben an Bord Bergung Sojus 36

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Letztes Update am 28. März 2020.

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